Ausflug 2018 - Im Zeichen des Wassermanns

Tag 1 - Grüne Männchen, blaue Rauchzeichen:

 

In der Area 51 hätte es nicht anders ausgesehen. Grüne Männchen, seltsame Fortbewegungsmittel - nur das Klima wäre anders gewesen. Der Wetterbericht war nicht besonders frohlockend, aber da nur die Harten in den Garten kommen haben wir uns doch versammelt  und dem Petrus ein Stoßgebet zugesandt. Und tatsächlich, schon ab Möderbrugg war alles nicht mehr so schlimm und wir kamen zügig nach Kärnten, wie immer inklusive Kaffeepause am Straßenrand. Abgebogen in St. Veit und auf dem Wege an den Faaker See genossen wir die großen und kleinen Strassen unseres südlichen Bundeslandes bis eine kleine Schrecksekunde kurz vor dem Mittagessen die Laune etwas getrübt hat.


Da hat doch tatsächlich eine nasse, rutschige Kurve eine Puch aus dem Gleichgewicht gebracht und in die Wiese geworfen. Böse Kurve! Aber alles halb so schlimm, das Mittagessen entschädigt für viel und frohen Mutes ging es weiter.
Schon bald konnten wir die österreichische Grenze hinter uns lassen und bogen Richtung Süden auf den Predil Pass ab um uns voll und Ganz Slowenien zu widmen. Für den Autor dieser Geschichte dank Hubraums eine lustige Sache, für die eine oder andere Puch war das schon eine andere Geschichte.


Oben angekommen also erst mal ein Erinnerungsfoto und weiter gehts, runter entlang der Soca in Richtung Goriska Brda - die slowenische Toskana. Die Gegend ist herrlich, der Wettergott ist uns gnädig und der Kaffee schmeckt ausgezeichnet, so muss das sein. Spät aber doch konnten wir nach rund 340 km gegen 19:00 unser Quartier beziehen wo wir herzlich empfangen wurden und einen Motorradfreund als Gastgeber erleben durften.


Nach ein paar kleineren Servicearbeiten gab es ausgezeichnetes Essen und natürlich Wein, immerhin sind wir ja hier in einer Weingegend. So klang der erste Abend mal gemütlich und lustig aus, voller Vorfreude auf Tag 2.

Tag 2 - Der Tag am Meer:

 

Beim Frühstück sahen noch einige müde aus und das Wetter war nicht sonderlich einladend - es regnete wie aus Kübeln. Aber wir hatten ja keine Eile, bis zum Meer ist es ja nicht weit und so beobachteten wir die Wetterlage und als es endlich aufhörte zu regnen starteten wir los. Natürlich nicht sofort, die eine oder andere Kleinigkeit musste nach der starken Regennacht noch ausgebügelt werden. Und Hänger brauchen wir heute auch keinen, ist ja nicht weit.

 

Es gibt aber blöderweise das 11. Gebot: "Du sollst dich nicht täuschen". Schon nach einer halben Stunde Fahrt war die älteste Dame nicht mehr bereit mitzuspielen. Lucky´s Kupplung will nicht mehr.
Aber was ist ein Ausflug ohne dreckige Finger, also erst mal alles zerlegt, blöde Witze gemacht und versucht zu retten was zu retten ist. Zahlreiche Einwohner boten ihre Hilfe an, aber es half alles nix - die GS streikt. Also Hänger geholt und erstmal aufgeladen, wäre ja ein Witz wenn die alte Lady nicht wenigstens Huckepack das Meer sieht!

 

Das Wetter war uns wieder hold und so waren wir kurz drauf endlich auf der Küstenstrasse Richtung Triest und konnten das Meer in voller Weite sehen. Da die Zeit durch den Boxenstopp wohl doch etwas schneller verging wurde die Meeresankunft etwas früher gefeiert als geplant, einige Erinnerungsphotos geschossen und dann erstmal wieder mal was Essen - Fahren und Schrauben macht hungrig! 


Der Rückweg verlief dann weitestgehend ohne Komplikationen und bei gutem Wetter waren wir rechtzeitig wieder im Quartier. Also wurde mal eifrig repariert und Lucky wäre nicht Lucky wenn er die Puch nicht wieder zum Laufen bringen würde. Somit stand einer Heimweg auf eigener Achse nichts mehr im Wege. Außer ein paar Prügel Olivenbaumholz die sich mit dem Gepäck um den Platz in einem gut gepflegten Mercedes stritten. Aber das ist eine andere Geschichte...

Also ab ins Taxi in den Nachbarort um für viel Geld wenig zu essen, aber was soll´s - wir waren ja im Urlaub. Und dieses Taxi hatte echt enge Türen, da passten nicht mal alle Finger durch.
Zumindest nicht wenn man sie zu früh schließt, aber auch das ist eine andere Geschichte. So trugen also nicht nur die Motorräder Blessuren davon sondern auch die Piloten.

Tag 3 - die Heimat ruft:

 

Manchmal braucht man auch Glück, und dieses Mal hatten wir es - zumindest beim Wetter. Erst mal. Gut gelaunt ging es los und wir führen Richtung Loiblpass durch das tiefste Slowenien. So steile und enge Strassen sucht man auch bei uns manchmal und zwischendurch gab es auch mal wieder eine Dusche von oben. Aber alles halb so schlimm, am Ende hat es Spaß gemacht und wir konnten um die Mittagszeit die Grenze passieren. Allerdings gab dieses Mal eine andere Puch den Geist auf und musste Huckepack genommen werden, kommt ja mal vor. Ich bin mir sicher es gibt unter uns einen Mechaniker der sich damit auskennt. *hüstel*


Die Mittagspause war perfekt getimed, denn während es draußen plötzlich anfing wieder zu regnen wärmten wir uns drinnen mit Suppe und Schnitzeln erst mal auf. Gut gestärkt ging es weiter und langsam machten die Piloten dank A***weh und Rückenschmerzen mehr schlapp als die alten Maschinen. Dieser Umstand muss es wohl auch gewesen sein der unseren Präsidenten straucheln lies und seine geliebte Puch ihn über den Seitenständer ins Gemüse warf. Konzentration ist halt auch bei alten Motorrädern wichtig.

 

Aber hilft alles nichts, die Heimat ruft! Die obligatorische Mehlspeise in Möderbrugg macht alles wieder gut und so ging es dann weitgehend ereignisfrei nach Hause.

 

Auch wenn es dieses Mal mit dem Wetter überhaupt nicht gut aussah, so war es für den Schreiber dieser Zeilen trotzdem einer der besten und lustigsten Ausflüge und ich bin mir sicher das wir 2019 auch wieder etwas finden werden über das es sich danach wieder lohnt Geschichten zu erzählen.

 

In diesem Sinne, immer 2 Finger breit Luft unter den Fußrasten und gute Fahrt!
Euer Tourguide